Letztmalig Triumphator

Autor: wavographieAls hätte ich gewusst, dass heute die Abholbestätigung für unser neues Auto im Briefkasten liegt, habe ich heute morgen letztmalig den Kampf um die Parklücke gewonnen. Nun gut, kämpfen musste ich eigentlich nicht – das SUV vor mir passte einfach nicht zwischen die beiden parkenden Wagen, so breit wie es ist. Im Gegensatz zu unserem Noch-Erst- und bald -Zweitwagen.. husch, stand der Hyundai Atos an der Parkhauspoleposition direkt am Ticketautomaten! Ich hatte schon erwähnt: In Berlin hatten wir den Wagen (B-LA-170, war ja das Dienstfahrzeug meiner Frau, einer Logopädin) wegen ebendieser Vorzüge gekauft, als geborenen Parklückensieger, der mit seinen 3,56m selbstverständlich auch in der Kategorie Seitwärtsparken so manches Statussymbol um den Block schickte.
Heute morgen in der Parkgarage sollte er also seinen letzten Triumph feiern. Denn an der Straße, an dem unser Haus liegt, gibt es keine Kämpfe zu gewinnen, dort haben wir einen Stellplatz und eine Garage – anders als in Reinickendorf, Pankow oder Charlottenburg, wo die abendliche Suche nach einem Parkplatz an der Straße bei ungeeigneter Fahrzeuglänge (oder mangelnden Fähigkeiten) gerne mal die Tiefkühlkizza antauen ließ.
Wenn wir künftig nochmal ins Parkhaus fahren, dann vermutlich mit dem neuen Wagen. Der zählt dort zu den „Großen“ und wird an der einen oder anderen kleinen Parklücke vorbeifahren müssen.

Und dann hört man den Atos zuhause auf seinem Stellplatz vielleicht doch noch einmal leise triumphieren.

Am Klavier: Brendel

Ab heute weiß ich, dass ich am Klavier nie allein bin. Ich habe bei einer Ausstellungseröffnung bei uns der Akademie für die musikalische Begleitung gesorgt. Das kam offenbar gut an, allerdings war ich mir nicht bewusst, dass ich am Klavier gleich mit meinem berühmten Namensvetter verglichen werde. Ist mir heute dreimal passiert, einmal sogar während des Spielens:

„Sind Sie mit Alfred Brendel verwandt?“ 
„Wenn ich so spiele, dann danke für das Kompliment – aber nein.“

Zur Erklärung füge ich dann hinzu, dass ich meinen Nachnamen nur angeheiratet habe – und mein Schwiegervater der einzige Profimusiker in meiner Familie ist. Und Schlagzeuger, nicht Pianist.

Foto (C) Hans Thijs

Der Hinweis, dass Alfred Brendel Österreicher sei, und was in meiner Sprechweise nun wirklich nicht nachzuvollziehen sei, überzeugt die Fragesteller dann. Und spätestens dann verspiele ich mich so richtig derbe, so dass sich jeder weitere Vergleich erübrigt.

Ich hätte es sicher nicht leichter, wenn ich „Ja“ antworten würde. Aber auf die Reaktionen wäre ich gespannt.

Jeck weg.

Ich bin karnevalistisch ja hin- und hergerissen. Ich erinnere mich an tolle Rosenmontagsumzüge in Köln und Berlin (!) – aber ein richtiger Jeck kann man als gebürtiger Westfale wohl nicht werden. Und wie ist das im Emsland? Mein Sohn hatte als Clown bei der Kinderdisko in der Kita heute einen Heidenspaß.
Ansonsten scheint mir, als bliebe der Karneval im Emsland dort, wo er hingehört: Im Kindergarten. Unser Rosenmontagsumzug scheint dem Webcambild zufolge auf jeden Fall nicht so der Knaller zu sein.

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Könnte sein, dass hier alle Karnevalisten eine Narrenkappe tragen (unter der man ja bekanntlich unsichtbar wird). Vielleicht gehen die Uhren hier auch einfach nur anders und die Emsländer üben nicht ab, sondern bis zum Aschermittwoch Verzicht auf Spaß, Exzesse und wilde Feten. Und dann geht es richtig los. Ich bin gespannt!