Oh Schreck! Weiße Weihnachten – und ich hab‘ noch keine Geschenke!

Ich möchte das hier gern verewigen.
Falls ich meinen Enkeln irgendwann aus meinem Blog vorlese, gedruckt als Buch und mit einem dicken Einband aus Schweinsleder geschützt, um den kleenen Rackern zu zeigen, wie es damals so war, als der Hauptstadtsender zum Auenländer wurde – dann sollen sie bitte auch das wissen:
Es ist Ostern und es liegt Schnee. Dazu ist es saukalt. Ich nenne es Frostern.

 

Ohne Berlin ist nicht alles doof

… anders als es die Tasse suggeriert, dennoch a) freue ich mich sehr über das Geschenk einer Berliner Bekannten und b) erinnert mich die Kaffeetasse die seltsame andere Welt, in der ich gerne bin.
Zuletzt mit meiner Familie letzte Woche.

Es hat keine fünf Minuten gedauert, bis ich mich nach der Ankunft am Hauptbahnhof wieder heimisch in der Stadt gefühlt habe. Ich meine nicht „heimisch“ im Sinne von Heimat (ein Begriff, den ich für mich kaum definieren könnte), sondern im Sinne von „anheimelnd“. Ich war an einem Ort, an dem ich mich auskenne und an dem ich mich wohl fühle. Das gilt für Mitte, meinen langjährigen Arbeitsort, genauso wie für Pankow, meinen Wohnbezirk in den Jahren 2004-2007, in dem wir Freunde besucht haben. Selbst für den Hermannplatz in Neukölln, wo ich nicht zum ersten Mal wegen eines Konzertes hingefahren bin. Das gilt auch für die Redaktion, in der ich noch immer wie selbstverständlich wandle – aber, und damit bin ich zufrieden, eben nicht mehr handle. Deshalb bin ich hier nur zu Besuch, selbst wenn es sich wie zuhause anfühlt.

Wohlfühlatmo also drinnen wie draußen – trotz des familienbedingt etwas anstrengenden Reisens und trotz 13 Grad minus. Meiner Frau ging es nicht ganz so, sie fühlte sich mehr als Gast in der Stadt, was freilich der Realität entsprochen hat.

Einig waren wir uns am Tag der Rückreise: Es ist gut, wieder hier zu sein. Hier, wo unser Lebensmittelpunkt ist, wo wir im Alltag wandeln – und auch handeln. Selbst wenn wir beide uns hin und wieder als Feriengäste fühlen.