Emsland 2064.

Das Emsland hat sich in den vergangenen 50 Jahren von einer strukturschwachen ruralen Region zum wirtschaftsstärksten Landkreis Niedersachsens entwickelt. Eine tolle Leistung, keine Frag. Doch wo steht das Emsland in weiteren 50 Jahren? Wer das wissen will, muss die Jugend kennen, die hier lebt und arbeitet. Da leider ich wenige Jugendliche und junge Erwachsene in meiner neuen Heimat kenne, bin ich auf die Tageszeitung angewiesen. Dort schreibt die Zukunft des Emslands fast täglich, was sie so macht. Nicht selten bin ich ratlos – Wie aussagekräftig ist das für meine Glaskugelfrage?

Sensationsfund im Emsland: Antike Kanne gut erhalten geborgen!

Sensationsfund!Elf Jahre gehörte es zum Inventar. Spielbar zwar, aber – nur da.
Mein Tenorsaxophon zog über Prenzlauer Berg, Pankow, Lichtenberg, Charlottenburg und Reinickendorf ins Emsland, ohne eine unserer schönen Wohnungen jemals gesehen zu haben. Zuletzt hatte ich es 2003 bei den Aufnahmen zu einem Album mit meinem Bandprojekt „11 vor P“ gespielt.

Anfang diesen Jahres erhielt ich einen Anruf eines Kollegen aus unserer ehemaligen Schulbigband. Ob ich bei dem Auftritt zur Verabschiedung unseres Bandgründers und langjährigen Leiters aus dem Schuldienst dabei sein wolle, wollte er wissen. Natürlich sagte ich zu – auch wenn ich nicht sicher war, ob ich mein Instrument überhaupt noch richtig zu halten wüsste, geschweigedenn 14 Jahre nach meinem letzten Auftritt die alten Stücke noch auf die Reihe kriegen würde. Doch das klappte bei mir ebenso wie bei meinen Mitmusikern, deren aktive Zeit teilweise sogar noch weiter ins vergangene Jahrtausend hineinreicht als meine. Der Auftritt war, wenn ich die Reaktionen unseres ehemaligen Bandleaders richtig deute, erfolgreich.
Es hat uns auf jeden Fall wahnsinnig Spaß gemacht.

Hätte ich bei dem Anruf Anfang des Jahres übrigens richtig nachgedacht, wäre mir eingefallen, dass ich einen Großteil meiner sieben Jahre in der Band gar kein Tenorsaxophon gespielt habe, sondern Bariton- (erst) und (dann) Altsaxophon. Die Noten waren mir somit nicht alle bekannt – eine Herausforderung beim heimischen Üben, um die ich meine Familie und meine Nachbarn nachträglich um Entschuldigung bitte.
Als Entschädigung vielleicht ein paar Ausschnitte aus dem Auftritt:

[hearthis]https://hearthis.at/brendel/ausschnitte-kopi-big-band/[/hearthis]

An diesem Abend durfte ich eine ganz besondere Heimaterfahrung machen: Die Luft in der Schulaula, der Geschmack des Saxophonmundstücks, der Sound meiner alten Big Band – all das war so voll Erinnerung, dass ich mich wirklich kurz zuhause gefühlt habe. Zuhause zwar in meiner Jugendzeit, aber immerhin.
Vielleicht lässt sich daran für die Zukunft anknüpfen.
Etwas Tageslicht hat mein Saxophon ja schon verdient.