Tatort: Vorgarten

Dass wir eine andere Vorstellung gelungener Vorgartengestaltung haben als die meisten unserer Nachbarn, hatte ich an anderer Stelle bereits erwähnt.

Jerrye & Roy Klotz MD, CC-BY-SA-3.0

Jerrye & Roy Klotz MD, CC-BY-SA-3.0

Die Buchsbäume vor unserem Küchenfenster werden nicht in Form geschnitten, und in der Mitte des Beetes thront anstatt des spiralförmigen Grüngewächses, das unser Vormieter gepflanzt hat, ein wild wachsender Oldschool-Rhododendron. Meine Frau und ich lieben Rhododenren.

Weniger beschneiden: ja – aber weniger lieben tun wir unseren Vorgarten nicht. Genausowenig die schöne Blume, die uns dort seit Juni Freude bereitet hat, obwohl wir sie weder gepflanzt, noch beschnitten, noch eingeladen haben. Anhand der Blume habe ich meinem Sohn die erklärt, wie willkürlich wir Menschen zwischen Kulturpflanzen und Unkraut unterscheiden, als das das Gewächs bei den meisten Menschen wohl gelten würde. Und selbstverständlich haben Vater und Sohn in den heißen Augustttagen nicht nur die Buchsbäume und den Rhododendron, sondern auch unsere Wildkräuterfreundin gegossen.

Als wir nun aus dem einwöchigen Urlaub zurück gekommen sind, war sie weg. Nicht verdorrt, nicht weggeweht: Die Pflanze wurde definitiv ausgerissen.

Wollte uns dort jemand eine Lektion in Vorgartenpflege erteilen?
Uns erinnern, den Buxen endlich mal mit der Gartenschere zu Leibe zu rücken?
Uns drohen, endlich symmetrisch zu pflanzen?

Die Ermittlungen laufen. Die Versuche, das Verschwinden der Blume den Kindern zu erklären, auch.