Ein Gruß – das muss!

Eine der ersten Lektionen, die ich nach meinem Umzug vor vier Jahren gelernt habe, war das Grüßen. Während man in Berlin die Leute grüßt, die man kennt, gehört im Auenland ein freundliches Nicken und ein kurzes „Moin“ zum guten Ton – auch bei Leuten, die man nicht kennt.
Wobei man viele Leute halt immer wieder sieht, auch wenn man sie nicht kennt.

Beim Joggen gestern habe ich das beherzigt. Auch wenn ich tierisch am Keuchen war, habe ich jeden Radfahrer und jede Radfahrgruppe, die mir auf der Kanalpromenade entgegenkam, freundlich angenickt und gegrüßt. Zurück gegrüßt hat nicht einmal jeder dritte Radler. Warum nicht? War gestern joggingfreier Donnerstag? Gibt es einen speziellen Code zwischen Radfahrern und Läufern, den ich noch nicht kenne? Oder hat sich rumgesprochen, dass ich letzte Woche auf dem Weg zum Einkaufen vergessen habe einen Kindergartenpapi zu grüßen?

Viele Kilometer lang habe ich über Grund des Grüßboykotts nachgegrübelt. Bei einer jungen Radfahrergruppe, die gerade rund um eine Bank versammelt ein paar Bier trank, probierte ich einfach mal ein „Prost“. Und siehe da: Alle grüßten freundlich zurück!

Hätte ich an Christi Himmelfahrt bzw. am Vatertag auch früher drauf kommen können.